Schwerpunkte

Spezifische Immuntherapie bei Allergien
Ambulante Radiofrequenzchirurgie
Ambulante oder tagesstationäre Tonsillotomie
Schwindeldiagnostik und -therapie
Tinnitusdiagnostik und -therapie
Schnarchen / Schlafapnoe
Schnarchen bei Kindern
Kinderhördiagnostik

Spezifische Immuntherapie bei Allergien (= Desensibilisierung)

Diese wird im Herbst begonnen und besteht aus zunächst wöchentlichen, dann monatlichen Injektionen. Sie ist i. d. R. gut verträglich und erreicht Heilungsraten von mehr als 80 Prozent.
Bei Kindern oder bei besonderer Indikation erfolgt die Verabreichung in Tabletten- oder Tropfenform.

Ambulante Radiofrequenzchirurgie bei Nasenatmungsbehinderung

Hierbei wird überschüssiges Gewebe in der Nase auf thermischem Weg reduziert. Dies geschieht in örtlicher Betäubung und so schonend, dass keine Tamponade nötig ist und die Patienten die Praxis nach ca. einer Stunde wieder verlassen können.

Ambulante oder tagesstationäre Tonsillotomie

Das ist eine Teilentfernung der Gaumenmandeln mittels Radiofrequenztechnik, insbesondere bei Klein- und Schulkindern, die aufgrund großer Mandeln schnarchen. Die Besonderheit ist hier, dass im Gegensatz zur Komplettentfernung der Mandeln keine relevante Nachblutungsgefahr besteht, die einen mehrtägigen stationären Aufenthalt nötig machen würde, und dass die Abwehrfunktion der Mandel erhalten bleibt.

Schwindeldiagnostik und -therapie

Ein besonderer Praxisfokus auf dem Gebiet Schwindel besteht aufgrund meines beruflichen Werdegangs als langjähriger Leiter der Schwindelambulanz der HNO-Uniklinik Lübeck.
Wir wenden beispielsweise bei ausgewählten, schweren Fällen von M. Meniere die „intratympanale Gentamicintherapie“ an. Hierbei wird ein Medikament direkt ins Mittelohr gegeben, welches das kranke Gleichgewichtsorgan so in seiner Funktion reduziert, dass der Attackenschwindel abnimmt. Entscheidend ist hierbei ein sehr behutsames Vorgehen und Erfahrung, da sonst das Hörorgan geschädigt wird.

Tinnitusdiagnostik und -therapie

Die Therapie des akuten Tinnitus ist hoch standardisiert und umfasst eine Durchblutungsförderung mittels Infusionen oder mindestens Tabletten, evtl. mit Kortisonzusatz.
Die Therapie des chronischen Tinnitus ist demgegenüber schwieriger und muss sich am Einzelfall orientieren. Es stehen hier neben schulmedizinischen Medikamenten (Calciumkanalblocker, zentral wirksame Pharmaka etc.) auch alternative Verfahren zur Verfügung (Neuraltherapie, Halswirbelsäulentherapie, Sauerstoffmehrschritttherapie, Aufbiss-Schiene).
Bewährt hat sich bei hartnäckigen Fällen die Tinnitus-Retrainings-Therapie (TRT). Hierbei wird ein Rauschgenerator (Noiser) vom Akustiker individuell angepasst, der die Habituation beschleunigt. Fakultativ kann parallel eine ambulante Verhaltenstherapie und ein Hörtraining eingeleitet werden.
Bei zusätzlich depressiver Symptomatik und starkem Leidensdruck bietet sich eine stationäre Tinnitustherapie in einer Tinnitusklinik an, bei der es über ein Defokussierungstraining um eine Verbesserung der Tinnitusakzeptanz geht.

Schnarchen / Schlafapnoe

Im Gegensatz zum harmlosen, aber lästigen Schnarchen handelt es sich bei der Schlafapnoe um eine nicht ungefährliche Erkrankung. Hierbei kommt es zu Atemstillständen in der Nacht, die in Extremfällen über eine Minute dauern können. Dies führt über einen Sauerstoffmangel zu einer Herz- / Kreislaufbelastung und zu einer reduzierten Schlaftiefe, was die i. d. R. vorhandene Tagesmüdigkeit auslöst. Diese ist beispielsweise für eine Vielzahl von sekundenschlafbedingten Autounfällen verantwortlich. Die Unterscheidung eines Schnarchens von einer Schlafapnoe treffen wir bequem und einfach über eine dem Patienten mitgegebene kleine Messapparatur, die über Nacht angelegt und am nächsten Tag per EDV
ausgelesen wird. Das Ergebnis kann gleich besprochen werden. Bei Vorliegen einer Schlafapnoe ist der zweitägige stationäre Aufenthalt in einer Schlafklinik mit Anpassung
einer CPAP-Maske (= Überdruck-Beatmungsmaske) zur Nacht nötig. Fragebogen zur Tagesmüdigkeit zum Selbstausfüllen

Bei Vorliegen eines harmlosen Schnarchens (Ronchopathie) bieten sich je nach Ursache verschiedene Therapien an. Es sind unter den operativen Verfahren die Beseitigung einer Nasenatmungsbehinderung, die Straffung des Gaumensegels, die Verkleinerung des Zungengrundes (per Hochfrequenztechnik), die Gaumenmandelentfernung oder -verkleinerung.
Als nicht-operative Maßnahme kommt die medikamentöse Therapie einer Nasenatmungsbehinderung, die Anpassung einer Antischnarchbissschiene und – sehr wirkungsvoll, aber schwierig – die Gewichtsreduktion in Frage.

Schnarchen bei Kindern

Eine Sondersituation besteht bei Klein- oder Schulkindern. Hier sind häufig vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln die Ursache von Schlafapnoen oder Schnarchen. Hier reicht zur Diagnosenstellung i. d. R. die Krankengeschichte und eine Routineuntersuchung. Die Therapie besteht in einer Tonsillotomie (hierbei wird nicht die komplette Gaumenmandel entfernt, sondern nur der vergrößerte Anteil, und zwar blutungsarm mit der Radiofrequenztechnik) und / oder der Adenotomie (vulgo „Polypenentfernung“).
Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff in Vollnarkose, den ich im Krankenhaus Vincentinum durchführe.

Kinderhördiagnostik

Hierzu zählt die Säuglingshörvorsorge mittels otoakustischen Emissionen (OEA), die objektive Hörschwellenbestimmung mittels der Hirnstammaudiometrie und die Untersuchung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung bei Kindern mit Lernschwierigkeiten, bei denen der Verdacht auf eine auditive Ursache besteht. Kindliche Schwerhörigkeiten werden häufig zu spät erkannt und können bei längerem Bestehen über Sprachentwicklungsverzögerungen und Lernbehinderung problematisch werden.

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von banalen Ursachen wie Ohrenschmalz über adenoidbedingte Mittelohrergüsse bis zu hörgerätepflichtigen Innenohrschwerhörigkeiten. Minimale auditive Wahrnehmungsstörungen gilt es in bestimmten Fällen bei schulischen Lernschwierigkeiten und in der ADHS- und Legasthenie-diagnostik auszuschließen. Die Symptome bestehen hier u. a. in Hörschwierigkeiten in lärmreicher Umgebung.
Neben im obg. Sinne auffälligen Kindern, sollten alle Früh- / Mangelgeburten, familiär mit Schwerhörigkeit belasteten Kinder, Kinder, die eine Hirnhautentzündung hatten, und Kinder, die gehäuft Mittelohrentzündungen erlitten haben, getestet werden.